Ohne Goodyear keine neuzeitlichen Gummiboote

Das Prinzip von aufblasbaren Schwimmkörpern ist schon länger bekannt. Bevor Charles Goodyear Gummi stabilisierte, waren es eben Tierhäute, die entsprechend mit Luft gefüllt werden konnten. So verwendeten die Sallirmiut entsprechende Schwimmkörper als Wasserfahrzeuge. Es gibt ein Bild, dass einen Fischer von Volk der Sallirmiut auf einem Wasserfahrzeug aus einer aufgeblasenen Walross-Haut, einem sogenannten Paddelsack zeigt. Das Bild ist auf 1830 datiert.
Paddelsack der Sallirmiut 1830

Im Jahr 1838 gelang dann Charles Goodyear die Stabilisierung von Gummi durch Vulkanisierung. Damit begann die Zeit der aufblasbaren Schwimmkörper aus Gummi, den Vorläufern der Gummiboote und Schlauchboote.

Aufblasbaren Schwimmkörpern aus Gummi

Schon 1839 war es der britische General Wellington, der versuchsweise Pontons mit aufblasbaren Schwimmkörpern aus Gummi verwendete.

1843 war es dann John C. Frèmont, der bei der Erkundung des Oregon Trails und des Platte Rivers Boote mit sich führte, deren Tragfähigkeit durch Gummischläuche erhöht wurden.

1844 war es dann der britische Offizier Peter Halkett der mit einem Prototypen des Halkett-Boot mehrere Kilometer über die Themse paddelte. Dabei handelte es ich um ein Schlauchboot, dass aus einer Gummiblase und einer Schutzhülle bestand. Das Halkett Boot kam zwar bei Expeditionen zum Einsatz, konnte sich aber kommerziell nicht durchsetzen.
Halkett Boot in Gebrauch

Im Jahr 1855 war es dann Goodyear selbst, der in den USA Schlauchboote produzierte. Und auf der anderen Seite des Atlantiks wurden von der Thomas Hancock Company ebenfalls die ersten Schlauchboote aufs Wasser geschickt.

Mit einem Nonpareil, einem besegelten Floß aus drei Schläuchen, überquerten dann im Jahr 1866 vier Männer den Atlantik von New York zu den Britischen Inseln.

Anfang des 20. Jahrhunderts – Schlauchboot und Außenbordmotor

Anfang des 20. Jahrhunderts stiegen die amerikanische Goodyear Tire & Rubber Company (die Charles Goodyears Namen und Patente nutzte, aber nicht auf ihn zurückging) und die französische Firma Dunlop (heute beide als Reifenhersteller bekannt) in die Produktion von Schlauchbooten ein. Ihre Schlauchboote waren in unaufgeblasenem Zustand allerdings sehr anfällig gegen Lagerungsschäden.

Im Jahr 1907 wurde zudem der Außenbordmotor erfunden. Noch fehlte es aber an Möglichkeiten, diesen Außenbordmotor an einem Schlauchboot zu befestigen.

Die Grundlagen für Schlauchboote mit Motor waren aber gelegt.

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