Der Späte Berliner

Ein Jahr nachdem die Titanic im kalten Wasser des Atlantiks unterging, ließ sich der Berliner Hermann Meyer ein Patent erteilen für:

ein beidseitig benutzbares, aufblasbares Wasserfahrzeug konstruiert und gebaut zu haben

Im Prinzip hatte Hermann Meyer damit ein Patent auf etwas angemeldet und etwas erfunden, was es bereits seit etwa 70 Jahren gegeben hat, ein aufblasbares Boot, wie es ja bereits das Halkett-Boot war.

Der späte Berliner, wie das Meyer-Boot genannt wurde, war mit einem fest eingebauten Gummiboden ausgestattet. Es hatte zwei Tragegriffe und ein Rückschlagventil. Damit das Gummi bei einem Druck von 0,2 bar nicht überdehnte, war das Boot mit einem Schutznetz ausgestattet. Später wurde die Bootshaut geändert, das Netz wurde überflüssig.

Meyer nutzte auch bald hölzerne Einlegeboden. Es gelang ihm, die kaiserliche Marine als Kunden zu gewinnen.

Ab dem Jahr 1921 hatten seine Schlauchboote auch Schottkammer-Trennwände. Mit Schottkammerhähnen erreichte Meyer bald auch einen besseren Druckausgleich zwischen den Luftkammern.
1923 folgte ein Schlauchboot mit Segel.

Seine Firma bestand immerhin bis zum Jahr 1967 und sie hatte großen Einfluss auf die Weitre Entwicklung des Schlauchbootes. Wenn Hermann Meyer mit seinem Patent von 1913 sicherlich nicht wirklich etwas neues erfunden hatte, so war er doch maßgeblich an der Weiterentwicklung beteiligt.

Auf die Idee für sein Schlauchboot soll Meyer zusammen mit seinem Sohn gekommen sein, als sie mit Hilfe von Wasser testeten, ob ein geflickter Autoreifen dicht ist.

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